Familiengeschichte

=500 Jahre Familie Tretbar - Ein kurzer Umriss=

Der bislang älteste verzeichnete Tretbar ist Thomas Tretwer aus Staschwitz. Vermutlich wurde er um 1530 in Staschwitz geboren. Er wird 1593-1596 in den Zinsregistern der Kirchenrechnungen von Langendorf als Besitzer des Gutes Staschwitz, Am Teich Nr. 6 (früher Staschwitz Nr. 18, katastriert unter Nr. 16) genannt.
Auch bei Horst Grünert in "Die Altenburgischen Familiennamen" gibt es den Eintrag: Thomas Trettwer, Staschwitz 1594 Mu1 (Mu1 = Mumsdorf Handelsbuch 1593-1602)

Über seine Kinder ist (noch) nichts bekannt.

Sein Enkel Thomas Tretbar wurde vermutlich um 1600 in Staschwitz geboren und starb vor 1666 ebenso in Staschwitz. Er hatte 4 Söhne.

Der älteste Sohn war Moritz Tretbar. Sein Sterbeeintrag aus dem Jahre 1674: "den 23 Augusti wart Moritz Tredbar zu Staschwitz begraben seines Alters 61 Jahr weniger 8 Wohes".
Etwa 1633 heiratete er Maria N. N., die am 18. Oktober 1691, "ohngefer 76 Jahre alt" begraben wurde.
Aus dieser Verbindung entstand mind. 1 Sohn, der Hanß Tredbar.

Der heiratete am 29 Oktober 1676 in Langendorf die Maria N. N. und am 8. Februar 1685 "wart Hanß Tredbar Hauß draußen Zu Döbitschen sein Sohn Martin getauft".

Am 27 Oktober 1705 heiratete Martin Tretbar Martha N.N. und sie bekamen 2 Töchter und 2 Söhne.
1754 starb Martin Tretbar "alter Nachbar und Einwohner Wittwer allhier in Langendorf, [...] donnerstags den 31.Januarii früh um 4 Uhr und ward freytags ... mit einer Leichen-Predigt begraben ..." .

"Den 11. Martü [1723] läst Martin Tretbar Nachbar und Einwohner alhier [in Langendorf] ein Söhnlein namens Gottfried taufen". Er ist das jüngste Kind der Familie und mit 26 Jahren wurde er in Langendorf mit Maria Vester aus Döbitschen getraut.
Maria's Vater Hanß Vester war um 1723 Kirchvater in Langendorf.
Maria gebar 7 Kinder und seit etwa 1755 ist Gottfried Tretbar der Kirchvater "allhier in Langendorff".
Am 18 April 1794 starb Gottfried Tretbar 2einhalb Jahre nach seiner Frau.

Johann Gottfried Tretbar, 5tes Kind von Maria und Gottfried wurde "gebohren Mittwochs den 21.Sept [1757]: früh morgens gegen 3 Uhr". Am 21 Januar 1787 wurden er und Johanne Anne Rosine Lindner aus Staschwitz in Langendorf getraut.
Am 26. Nov.1818 stirbt Johann Gottfried Tretbar, "gewesener Nachbar u. Einwohner in Langendorf [...] Er hinterläßt eine Witwe und 10 Kinder".

Die Linie geht weiter mit Gottfried Johann Friedrich Tretbar dem Erstgeborenen am 17. Juni 1791 in Langendorf. Er heiratete Christiane Christina Kunze aus Zipsendorf. Von Beruf war er Maurer.
Insgesamt bekamen die beiden 13 Kinder. Während das erste Kind noch in Langendorf geboren wurde, wurden die beiden nächsten Kinder in Rehmsdorf geboren.
Danach schien die Familie in Brossen sesshaft geworden zu sein. Alle folgenden 10 Kinder wurden dort geboren und in Zipsendorf getauft.

Heinrich Johann Gottfried Tretbar drittes Kind, geboren am 25 Juli 1819, ergriff ebenfalls den Beruf des Maurers. 1849 heiratete er in Gleina Henriette Johanne Sofie Seidemann.
Ihre jüngere Schwester Sophia wanderte Mitte der 1850er Jahre in die USA aus.
Heinrich Johann Gottfried Tretbar und Henriette Johanne Sofie Seidemann bekamen 9 Kinder, davon überlebten die letzten 3 das Kleinkindalter nicht.

Der Erstgeborene Emil Friedrich Tretbar wurde in Brossen am 5. September 1849 geboren. In Zipsendorf wurde er mit Auguste Kahnt am 4. Januar 1874 vermählt. Er wurde von Beruf Bergmann.
Aus dieser Verbindung gingen 6 Kinder hervor. 4 Töchter und 2 Söhne.

Mein Urgroßvater Wilhelm Friedrich Tretbar war das 4. Kind 2ter Sohn und wurde am 8 März 1882 in Brossen geboren. 1919 wurde er in Zipsendorf mit Alma Anna Peitzsch getraut. Auch er wurde wie sein Vater Bergarbeiter. Sie wohnten in der Mittelstrasse 26 in Zipsendorf, wo sie auch sesshaft wurden.
Für Alma war es die zweite Ehe und sie brachte bereits 4 Kinder mit ein. Allerdings verlor sie die beiden jüngsten Söhne im 2. Weltkrieg.
Wilhelm Friedrich und Alma Anna bekamen zusammen weitere 4 Kinder.

In der Mittelstrasse 26 wurde mein Großvater Erich Walter Tretbar geboren. Nach der Schulzeit in Zipsendorf bekann er eine Lehre als Bäcker.
1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen. Er landete im Fliegerausbildungsregiment 21 in Deblin-Irena. 1941 wurde er zum Gefreiten und 1942 zum Obergefreiten befördert.
Im Zuge der Entwicklung des 2. Weltkrieges war er an Kampfhandlungen der 285. Div. und der 58. Div. der 18. Armee in Russland beteiligt. Er kam dabei auch am 28.03.1942 beim Vorgehen und Sichern der Erika-Schneise zum Einsatz.
Er wurde durch einen Granatsplitter, der den Stahlhelm durchschlug, am Kopf so schwer verwundet, das er bei strengem Frost lange Zeit bewusstlos war und dabei schwere Erfrierungen 2. und 3. Grades an beiden Füßen davongetragen hat. Es begann eine Odyssee durch die verschiedensten Lazarette, u.a. in Finsterwalde.
Am 21. Oktober 1943 wurde er aus der Wehrmacht mit 50RM Entlassungsgeld entlassen
In der HASAG in Meuselwitz lernte er Käthe Marianne Wieschalla kennen und beide heirateten. Zusammen bekamen sie 3 Söhne, einen Sohn brachte Käthe mit in die Ehe.